Montag, März 16, 2009

Güte qualitativer Forschung (nach Ines Steinke 2003)

Kernkriterien und dazugehörige Prüfmethoden:

1. Intersubjektive Nachvollziehbarkeit (zur Bewertung der Ergebnisse)
- Dokumentation des Forschungsprozesses
- Interpretationen in Gruppen
- Anwendung kodifizierter (regelgeleiteter) Verfahren


2. Indikation des Forschungsprozesses (Gegenstandangemessenheit)
- Indikation des qualitativen Vorgehens
- Indikation der Methodenwahl
- Indikation von Transkriptionsregeln
- Indikation der Samplingstrategie
- Übereinstimmung von Erhebungsmethoden und Auswertung
- Indikation der Bewertungskriterien


3. Empirische Verankerung (der Theoriebildung)
- Verwendung kodifizierter Methoden
- Hinreichende Textbelege (für entwickelte Theorie)
- Analytische Induktion (d.h. Falsifikationen erfordern Umdefinition des Phänomens bzw. Umformulierung der Hypothese)
- Prognosen können abgeleitet werden
- Kommunikative Validierung (Untersuchte Personen stimmen der abgeleiteten Theorie zu)


4. Limitation (Grenzen der Verallgemeinerbarkeit der Theorie)
- Fallkontrastierung (Fälle, die die Theorie maximal und minimal erfüllen, werden miteinander verglichen)
- Suche nach abweichenden, negativen und extremen Fällen

5. Kohärenz (Theorienkonsistenz)
- Prüfung ob die Theorie kohärent ist
- Prüfung ob Widersprüche in Daten bzw. Interpretationen bearbeitet wurden


6. Relevanz (pragmatischer Nutzen)
- Relevanz der Fragestellung
- Beitrag der entwickelten Theorie


7. Reflektierte Subjektivität (Rolle der / des Forschenden als Subjekt)
- Selbstbeobachtung begleitend zum Forschungsprozess
- Reflexion persönlicher Voraussetzungen
- Existenz einer Vertrauensbeziehung der Forschenden zu InformantInnen
- Reflexionen während des Feldeinstiegs

Quelle:
Steinke, Ines (2003). Gütekriterien qualitativer Forschung. In: Uwe Flick, Ernst von Kardoff & Ines Steinke (Hg.). Qualitative Forschung. Reinbeck bei Hamburg: rororo.

Zusätzlicher Lesetipp:

http://www.ztg.tu-berlin.de/download/legewie/Dokumente/Vorlesung_12.pdf

Keine Kommentare: