Dieser Blog begleitet die Studierenden des Seminars "Methoden der Geschlechterforschung" und soll vor allem dem Austausch von Informationen zur Lehrveranstaltung und Weitergabe von Webtipps dienen.
Mittwoch, Dezember 05, 2007
Neue Termine für das Sommersemester 2008
LV-Termine: 12. März, 2./9./23./30. April, 21. Mai 2008: jeweils Mi16.00 – 19.00 Uhr
Ort: Seminarraum des IFZ Schlögelgasse 2, 8010 Graz
(www.ifz.tugraz.at/educate)
Donnerstag, Juni 14, 2007
Peer Review
Bitte lesen Sie die beiden Seminararbeiten Ihrer KollegInnen durch (im Team oder alleine, je nachdem wie Sie Ihre Seminararbeit verfasst haben) und notieren Sie sich relevante Punkte als Feedback. Dieses Feedback ist die Grundlage der Kleingruppendiskussionen am 14. 6. 2007 und soll den KollegInnen die Möglichkeit bieten, deren Arbeiten – im Bedarfsfall – noch verbessern zu können. Gleichzeitig sollen Sie durch das systematische analysieren anderer schriftlicher Seminararbeiten aus der LeserInnenperspektive einen Blick dafür bekommen, welche Kriterien zur formalen Lesbarkeit und auch zur inhaltlichen Qualität beitragen können.
Als Anregung ein paar Fragen, die ich beim Lesen von Seminararbeiten beachte (nur ein Ausschnitt, Ihnen fallen sicherlich auch noch weitere ein):
Entspricht die Arbeit den formalen Kriterien?
* Werden alle vorgegebenen Themen behandelt?
* Werden Quellen ordnungsgemäß zitiert?
* Ist das Literaturverzeichnis vollständig?
* Ist die Sprache geschlechtergerecht oder geschlechtsneutral?
* ...
Ist die Arbeit inhaltlich verständlich und logisch verfasst?
* Wird die zu beschreibende Methode ausreichend erklärt?
* Ist der eigene gedankliche Anteil an der Seminararbeit zu erkennen?
* ...
Zusammenfassung von Biancan Prietl
„How the web became a sexists’ paradise“[1] von Jessica Valenti
In diesem Beitrag führt Valenti, selbst Feministin und Opfer von sexistischen Übergriffen im Internet, die drastische Zunahme von „Akten“ der Frauenfeindlichkeit im World Wide Web aus. Während Männer wie Frauen „Online-Belästigungen“ ausgesetzt sind, ist doch eine vermehrte Bedrohung gegen weibliche Web-Benutzerinnen zu erkennen, die diese nicht selten um ihr Leben fürchten lässt.
Valenti berichtet eingangs von den Erfahrungen einer bekannten Software Programmiererin und Java Expertin, Kathy Sierra, die nach Todesdrohungen und Beschimpfungen auf ihrer Homepage, sowie bedrohenden und erniedrigenden Fotomontagen von ihr auf anderen Internetseiten, erzählt, sie habe Angst ihren Garten zu verlassen und öffentliche Reden absagte.
Sierra ist nicht alleine, sich mit solchen Attacken konfrontiert zu sehen. Todesdrohungen, Hassreden und Beschimpfungen gegenüber weiblichen Internetnutzerinnen verbreiten sich immer mehr, was im Gegensatz zur ursprünglichen Philosophie des Internets steht. Gleichsam utopisch klingt heute die Idee vom Internet als neuen, egalitären öffentlichen Raum, wo Männer wie Frauen, gleich ihrer Rasse und Sexualität, einander ohne Vorurteile begegnen können. Es sollte, laut Marwick, selbst postgraduierter Student in Kultur und Kommunikation, die Befreiung von den Körpern und den damit assoziierten Vorurteilen bringen.
Besonders bedenklich ist die breite Akzeptanz dieser Praktiken, während Belästigungen von Frauen auf der Straße beispielsweise als unangebracht verurteilt werden. Online scheint sexuelle Belästigung jedoch toleriert, sogar befürwortet zu werden, wenn man betrachtet, dass solche Attacken auf Frauen hunderte Besucher auf diese Internetseite locken. Marwick erklärt weiters, dass Menschen die Möglichkeit sehen eine Online-Umwelt zu schaffen um ihre rassistischen, homophoben und sexistischen Reden ausdrücken zu können, die in der Öffentlichkeit nicht mehr akzeptiert wären. Andere argumentieren, dass die größere Sichtbarkeit im Internet durch eigene Homepages oder Webspaces, dazu führt, dass Belästigungen im Netz erwartet und auch akzeptiert werden müssen. Gleichzeitig gibt es die Tendenz, die Opfer von Belästigungen selbst für schuldig zu erklären, vor allem wenn sie in der Öffentlichkeit stehen und sich dort präsentieren. Jedoch besagt eine Studie der Universität von Marylang, dass auch Frauen, die weder ein Foto noch ihren wahren Namen im Internet preisgeben, mit einer 25 Mal höheren Wahrscheinlichkeit Belästigungen ausgesetzt sind, sobald nur ihr Geschlecht aufscheint.
Valenti weist überdies darauf hin, dass auch die diskriminierenden Folgen von Online-Drohungen bedacht werden sollten, wenn diese Frauen von der Nutzung des Internets abhalten.
Mit Kampagnen wie „stop cyberbullying“ wehren sich Frauen gegen diese Anschläge und verlangen unbekümmerte Freiheit in öffentlichen Plätzen – so auch dem Internet.
[1] Vgl. Valenti, Jessica (2007): « How the web became a sexists’ paradise » , in: The Guardian, 6. April, 2007: http://www.guardian.co.uk/g2/story/0,,2051394,00.html [13.6.2007].
Montag, Juni 11, 2007
Zusammenfassung von Elke Pieber
Bei der Auseinandersetzung mit der Geschlechterkategorie „[…] besteht jedoch ständig die Gefahr, die Konstruktion selbst zu verfestigen und zu verstärken“.[1]
In den ersten drei Abschnitten werden allgemeine theoretische Grundlagen und Varianten der Konstruktion von Geschlecht verschiedener TheoretikerInnen vorgestellt. Hierbei auszugsweise erwähnt seien Erving Goffman (2001) mit der Herstellung von Geschlecht als interaktives Handeln, Harold Garfinkel (1984) mit Studien zur Wichtigkeit der eindeutigen Zuordnung zu einem der beiden Geschlechter und Gesa Lindemann (1993) mit der Kategorie Geschlecht als gesellschaftliches und soziales Phänomen.
Um ein Gesellschaftssystem möglichst stabil zu halten zeigt MÖRTH zwei verschiedene systemerhaltende Strategien auf: Die Erfindung eines ‚Anderen’ und die Unsichtbarmachung des Anderen. Einerseits wird hierbei versucht, das zum Normalen Gemachte zu legitimieren, andererseits sollen jene Menschen, die widersprüchliche Merkmale aufweisen in die Nichtexistenz verschwinden.[2]
Im Gegensatz dazu versucht zum Beispiel die Queer Theory gerade die ausgegrenzten Positionen in die Geschlechterkonstruktionen einfließen zu lassen. Genannt seien hierbei Sabine Hark (1996, 2001) und Annette Schlichter (2003) mit ‚Left-Overs Positionen’[3], Judith Butler (1991) mit dem Wechseln des Geschlechts in Performances und Braidotti (1994) mit der bewussten Konstruktion der eigenen Identität als etwas veränderbares Nicht-Festgelegtes und Widersprüchliches.[4]
„Diese diskursiven Unorte werden positiv umgekehrt und als neue Arten von Kommunikation und Gegenpraktiken verstanden“.[5] Auf diese Weise entstehen neue Handlungsspielräume und Gegendiskurse.
Die folgenden fünf Abschnitte widmen sich der praktischen Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse vor allem im universitären Unterricht.
MÖRTH stellt in Folge Richtlinien für Geschlechter-Dekonstruktion als Prinzip in Unterrichtssituationen vor.
Beim grundlegenden Zugang zum Thema ist es wesentlich, dass sowohl Lehrende als auch Lernende kritisch reflektierend an verschiedene Themen herangehen. Vermeintliche Sicherheiten in Bezug auf Geschlecht und Identität sollten aufgebrochen werden und sogenannte Allgemeingültigkeiten sollten hinterfragt werden. Eigene Positionen und Normvorstellungen sollten ständiger Reflexion unterliegen.
Als wichtigste Rahmenbedingung nennt MÖRTH im Folgenden die Herstellung eines Klimas von Offenheit, Sicherheit und des Angenommenwerdens um die Geschlechtlichkeit adäquat zu thematisieren. Lehrende sollten sich klar positionieren und eine offene, transparente Unterrichtsplanung pflegen.
Bei der Vermittlung der Inhalte sollte herausgearbeitet werden, dass Geschlecht keine konstante Kategorie ist, sondern sozial, historisch und kulturell bedingt und variabel. Das Sichtbarmachen von Identitätsalternativen und adäquate Neuschöpfungen von Begriffen begünstigen die Veränderungen der Realität der Kategorie ‚Geschlecht’.
Damit die Dekonstruktion von Geschlecht auf breiterer Ebene weiterentwickelt werden kann, braucht es eine politische Entscheidung und Rahmenbedingungen zu deren Durchsetzung.
[1] MÖRTH, Anita P. (2006): Handlungsvorschläge für einen nicht-binären Umgang mit Geschlecht. S. 1. http://www.uni-graz.at/kffwww/geschlecht_didaktik/moerth.pdf [Stand 03.06.07]
[2] MÖRTH 2006, ebenda S. 3.
[3] Als ‚Left-Overs Positionen’ werden jene Haltungen bezeichnet, die nicht in das vorherrschende Schema des Normalen passen.
[4] MÖRTH 2006 ebenda S. 4.
[5] MÖRTH 2006 ebenda S. 4.
Mittwoch, März 21, 2007
Link-Tipps
„Das Gender@Wiki soll als ein virtueller Diskussionsraum bzw. als Onlineplattform eines Kommunikationsnetzwerkes genutzt werden, in dem der Austausch von Fachinformationen unter Berücksichtigung der für die Geschlechterforschung zentralen Kennzeichen (Kategorie Geschlecht, Inter- bzw. Transdisziplinarität, Wissenschaftskritik, Wissenstransfer in die Praxis) möglich ist.“
http://www.gender.de/mainstreaming/GenderManifest01_2006.pdf
Gender Manifest
http://www.wien.gv.at/ma57/sprache/
„Eine Sprache für Frauen und MännerSprache ist eines der wesentlichsten Ausdrucksmittel in unserer Gesellschaft. Sie trägt unsere Kommunikation, vermittelt Werte und Normen und ist Abbild unserer sozialen Realität. Frauen sind jedoch in unserer Sprache großteils unsichtbar und unhörbar. Damit sich das ändert, stellt die Frauenabteilung (MA 57) ein interaktives Angebot zum geschlechtergerechten Formulieren zur Verfügung“
http://scholar.google.at/
Dokumentensuche
Anmeldung
Um nach Abschluss der Lehrveranstaltung eine Benotung zu bekommen, müssen Sie sich unter https://online.uni-graz.at/kfu_online/webnav.ini anmelden!
Besten Gruß,
Anita Thaler
"Anmeldeschluss" ist der 27. 4. 2007. Abmelden können sich sich bis 31.5.2007.
Montag, März 19, 2007
Referate: Termine + Literaturquellen
Jutta Rothmund & Brigitte Scheele: „Personenbezeichnungsmodell auf dem Prüfstand“ –Lösungsmöglichkeiten für das Genus-Sexus-Problem auf Textebene. In: Zeitschrift für Psychologie, 212 (1), 40-54. Göttingen: Hogrefe Verlag 2004.
29.3. Beobachtung (Schützenberger + Hofer):
Heike Wiesner. Förderung von Chancengleichheit im schulischen Bildungsbereich http://dimeb.informatik.uni-bremen.de/documents/artikel.2004.Wiesner.chancen.pdf
In diesem Artikel geht es um die Durchführung von Workshops und deren Begleitung. Diese Begleitung besteht aus Beobachtungen, aber auch Interviews etc. Versuchen Sie in Ihrem Referat vor allem auf die Rolle der Beobachtung in diesem Artikel einzugehen (z.B. auch die den Interviewaussagen zugrundeliegenden Beobachtungen). Worin besteht der Unterschied zwischen Beobachtungen (z.B. im Alltag) und wissenschaftlichen Beobachtungen? Wie kann die wissenschaftliche Güte gewährleistet werden?
26.4. Fokus Gruppen (Kink, Käfer, Prietl):
Nina Degele (2004). „Schön mache ich mich für mich“ – Schönheitshandeln als erfolgsorientiertes Handeln. In: http://www.soziologie.uni-freiburg.de/degele/material/pub/schHandeln.pdf
26.4. Komparatistische Analyse (Wicher + Zechner):
Wächter Christine: Interdisciplinary Engineering Education – An Opportunity for more Gender-Inclusiveness? In: Proceedings of the Fourth European Conference on Gender Equality in Higher Education, 31. 8.-3. 9. 2005, Oxford Brookes University, Oxford (CD-Rom).
Download über: http://www.ifz.tugraz.at/index.php/article/articleview/1130/1/6
3.5. Medienanalyse (Kogler + Stelzer):
Friedemann Schindler (1996). Von Super Mario und Super Marion. Geschlechtsrollen in Computer- und Videospielen. In: http://snp.bpb.de/index.html
3.5. Biographische Interviews (Pieber):
Robert W. Conell (2000). Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Leske + Budrich, Opladen.
--> Buch in der UB entlehnbar
Da es sich bei der Grundlage dieses Referatsthemas um ein Buch handelt, ist es wichtig sich auf die Methode zu konzentrieren, gehen Sie nicht zu ausführlich auf den Inhalt ein (z.B. max. 1 Fallanalyse vorstellen).
31.5. ExpertInneninterview (Holmes, Schreiner, Pimminger):
Angelika Wetterer, Margot Poppenhusen, Anja Voss: Mädchen und Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr. Forschungsbericht. Hannover & Graz 2006. In: http://www.bmfsfj.de/Publikationen/feuerwehr/01-Redaktion/PDF-Anlagen/gesamtdokument,property=pdf,bereich=feuerwehr,rwb=true.pdf
31.5. Tagebuchanalyse (Vogl, Hofer, Glettler):
David Huffaker, B.A (2004). GENDER SIMILARITIES AND DIFFERENCES IN ONLINE IDENTITY AND LANGUAGE USE AMONG TEENAGE BLOGGERS In: http://www8.georgetown.edu/cct/thesis/davidhuffaker.pdf
Donnerstag, März 15, 2007
Basis-Artikel
1.) lesen Sie bis zum nächsten Termin folgenden Artikel:
http://www.soziologie.uni-freiburg.de/Personen/degele/material/pub/Mutti_spuelt.pdf
2.) Fassen Sie den Artikel kurz zusammen (ca. 300 Wörter) und überlegen Sie sich ausgehend von interessanten/diskussionswürdigen Passagen 2-3 Diskussionsbeiträge (Kommentare) bzw. Fragen, um darüber am 22. März 2007 zu diskutieren.
Und 3.) schicken Sie die Kurzzusammenfassung bis spätestens 21. März an mich:
thaler@ifz.tugraz.at
Viel Vergnügen beim lesen!
Anita Thaler
Herzlich Willkommen
auf dieser Webseite erhalten Sie Literaturhinweise, allgemeines Tipps, Termine etc.
Viel Spaß beim Stöbern und Nachlesen,
Anita Thaler
Termine im SS 2007 - Achtung Änderungen!
Termine:
22./29. März,
26. April,
3./31. Mai,
14. Juni
jeweils 16.00 – 19.00 Uhr
Referate: Themen und Literaturquellen
Experiment
Jutta Rothmund & Brigitte Scheele: „Personenbezeichnungsmodell auf dem Prüfstand“ –Lösungsmöglichkeiten für das Genus-Sexus-Problem auf Textebene. In: Zeitschrift für Psychologie, 212 (1), 40-54. Göttingen: Hogrefe Verlag 2004.
ExpertInneninterview
Angelika Wetterer, Margot Poppenhusen, Anja Voss: Mädchen und Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr. Forschungsbericht. Hannover & Graz 2006. In: http://www.bmfsfj.de/Publikationen/feuerwehr/01-Redaktion/PDF-Anlagen/gesamtdokument,property=pdf,bereich=feuerwehr,rwb=true.pdf
Fokus Gruppen (Gruppendiskussionen)
Nina Degele (2004). „Schön mache ich mich für mich“ – Schönheitshandeln als erfolgsorientiertes Handeln. In: http://www.soziologie.uni-freiburg.de/degele/material/pub/schHandeln.pdf
Komparatistische Analyse
Wächter Christine: Interdisciplinary Engineering Education – An Opportunity for more Gender-Inclusiveness? In: Proceedings of the Fourth European Conference on Gender Equality in Higher Education, 31. 8.-3. 9. 2005, Oxford Brookes University, Oxford (CD-Rom). Download über: http://www.ifz.tugraz.at/index.php/article/articleview/1130/1/6
Beobachtung
Heike Wiesner. Förderung von Chancengleichheit im schulischen Bildungsbereich http://dimeb.informatik.uni-bremen.de/documents/artikel.2004.Wiesner.chancen.pdf In diesem Artikel geht es um die Durchführung von Workshops und deren Begleitung. Diese Begleitung besteht aus Beobachtungen, aber auch Interviews etc. Versuchen Sie in Ihrem Referat vor allem auf die Rolle der Beobachtung in diesem Artikel einzugehen (z.B. auch die den Interviewaussagen zugrundeliegenden Beobachtungen). Worin besteht der Unterschied zwischen Beobachtungen (z.B. im Alltag) und wissenschaftlichen Beobachtungen? Wie kann die wissenschaftliche Güte gewährleistet werden?
Medienanalyse
Friedemann Schindler (1996). Von Super Mario und Super Marion. Geschlechtsrollen in Computer- und Videospielen. In: http://snp.bpb.de/index.html
Tagebuchanalyse
David Huffaker, B.A (2004). GENDER SIMILARITIES AND DIFFERENCES IN ONLINE IDENTITY AND LANGUAGE USE AMONG TEENAGE BLOGGERS In: http://www8.georgetown.edu/cct/thesis/davidhuffaker.pdf
Biographische Interviews
Robert W. Conell (2000). Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Leske + Budrich, Opladen.
--> Buch in der UB entlehnbar
Da es sich bei der Grundlage dieses Referatsthemas um ein Buch handelt, ist es wichtig sich auf die Methode zu konzentrieren, gehen Sie nicht zu ausführlich auf den Inhalt ein (z.B. max. 2 Fallanalysen vorstellen).
Freitag, Januar 12, 2007
Neue Lehrveranstaltung im SS 2007 an der Uni Graz
Die Termine:
Vorbesprechung: 15. März 2007, 16.00 Uhr
Weitere Termine: 22. März, 26. April, 3./10./31. Mai, 14. Juni:
jeweils 16.00 – 19.00 Uhr
Ich freue mich schon auf gute Diskussionen und interdisziplinären Wissensaustausch,
Anita Thaler
Mittwoch, Juli 26, 2006
Aufwand von Forschungsmethoden
Welche Forschungsmethode nun jedoch am meisten Aufwand beansprucht, darüber sind die AutorInnen der Seminararbeiten sich uneins:
"Erstens bedeutet es einen großen Zeitaufwand solche Untersuchungen durchzuführen. Auch muss man den finanziellen Aspekt bedenken, der ebenfalls nicht unerheblich ist." (Zitat Froihofer/Gaugl).
"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Methode der biografischen Interviews ein wirklich äußerst aufwendiges Verfahren darstellt, das aber vor allem in Bezug auf explorative Studien sehr viel Sinn macht." (Zitat Duque, Jager).
"Die Methode der Analyse von lebensgeschichten ist in den Sozialwissenschaften sowohl eine der ergiebigsten als auch der zeitintensivsten." (Zitat Gröbl/Sailer/Steinwidder).
"Es konnte sicherlich gezeigt werden, wie zeitaufwendig diese Methode ist und welche Konzentration es vom Forschenden abverlangt, den Text wortgenau zu analysieren." (Zitat Kremsl/Scheer).
"Wie mittlerweile klar geworden ist, ist das Tagebuch aufgrund seiner Komplexität und seinem Aufwand kein leicht anzuwendendes Instrument, ..." (Zitat Hofstätter).
Schlussendlich werden Sie alle im Rahmen Ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeiten bemerken (oder haben das bereits festgestellt), dass selbstverständlich jede Forschungsarbeit Arbeit ist und macht. Dass aber auch der Aufwand relativ gesehen werden muss. Nicht jedes Forschungsprojekt muss riesig angelegt werden, kleine Forschungsprojekte können genauso gute Qualität und somit einen Erkenntnisgewinn liefern. Wichtig ist das Interesse am Thema und die Freude am "Wissen schaffen".
Dienstag, April 04, 2006
Übung Statistische Diagramme lesen und interpretieren - Lösung
(Übungsblatt ausgeteilt am 28. 3. 2006)
- Was können Sie aus Abbildung 1 ablesen?
- Was können Sie aus Abbildung 2 ablesen?
- Welche Interpretation können Sie ableiten, wenn Sie die beiden Abbildungen miteinander vergleichen?
Die Arbeitslosigkeit ist wie in beiden Abbildungen zu sehen ist, bei beiden Geschlechtern starken Schwankungen unterworfen. Ein genauerer Blick zeigt jedoch auch, dass bei allen Ähnlichkeiten der beiden Kurven der prozentuelle Anteil der jeweils Arbeitslosen an der Anzahl der Beschäftigten je nach Geschlecht differiert. Während bei den Bauingenieuren das Arbeitslosigkeitsrisiko zwischen 7,5 und knapp 11 % schwankt, liegt dieses Risiko bei den Bauingenieurinnen bei 19,5 bis 24 %.
Ad 3.
Das bedeutet für eine Frau ist das Risiko als ausgebildete BauingenieurIn arbeitslos zu werden zwei- bis dreimal so hoch wie das der Männer.
Worauf muss man bei diesen Diagrammen achten?
Übung Mythos Frauenbetriebe - Analyse
Dazu gleich vorneweg eine Zahl, um Österreichs Wirtschaftsstandort zu spezifizieren: 99,6 % aller österreichischen Unternehmen sind KMU, haben also weniger als 250 Beschäftigte. Der überwiegende Anteil dieser KMU ist zudem ein Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten.
http://www.kmuforschung.ac.at/
In absoluten Zahlen sieht die österreichische Situation so aus: Von den gesamt 253.502 Betrieben gehören 218.067 bzw. 86% zu den Kleinstunternehmen. Diese Unternehmen erwirtschafteten fast 71 Mrd. Euro Umsatzerlöse (http://www.unternehmer-in-not.at/kurz_notiert_detail10.php).
Die Wirtschaftskammer Österreichs hat diese Statistik der Betriebe nach Beschäftigtenzahlen noch genauer aufgeschlüsselt und da zeigt sich, dass der größte Anteil dieser Kleinstunternehmen Ein-Personen-Unternehmen sind, gefolgt von Unternehmen mit bis zu 4 Beschäftigten.
http://portal.wko.at/wk/startseite_th.wk?AngID=1&SbID=165&BrID=&DstID=0
Zu den Exportquoten kann gesagt werden, dass Österreichs KMU mit ihrer Exportquote an der Spitze Europas liegen: 38 % der KMU waren 2001 im Export tätig. Im Vergleich dazu Dänemark hat eine Exportquote von 28 %, Luxemburg 26 %, Irland und Schweden 25 %, Deutschland 21 % und Schweiz 19 % (http://www.oe-journal.at/Aktuelles/!2005/0205/W3/51502kmu_pk.htm). Leider wird bei all den genannten Internet-Quellen die Exportquote der Kleinstunternehmen und insbesondere der Ein-Personen-Betriebe nicht extra angeführt.
All diese Faktoren der KMU-Szene in Österreich können nun in einer Gegenüberstellung der im Artikel genannten Besonderheiten der Frauenbetriebe aufgelistet werden.
Österreichische Frauenbetriebe
81 % setzen weniger als 500.000 Euro/Jahr um
5 % sind im Export tätig
2/3 haben max. 5 MA
ca. ½ hat keine Beschäftigte
Österreichische Unternehmen generell
86 % (= Kleinstunternehmen 0< 10 MA) erwirtschaften 325.588 Euro/Jahr Umsatzerlöse
38 % der KMU waren 2001 im Export tätig
81,8 % haben max. 4 Beschäftigte
53, 4 % haben keine Beschäftigten
Und so zeigt sich, dass bis auf die Exportquote, die aber aufgrund fehlender Detaildaten für Kleinstunternehmen (wie sie Frauenbetriebe im überwiegendem Ausmaß sind) nicht endgültig bewertet werden kann, alle anderen Faktoren für Frauenbetriebe in keinster Weise besonders, anders oder gar schlechter einzustufen sind als KMU in Österreich generell.
Während 86 % der österreichischen Unternehmen durchschnittlich weniger als 1/3 Mio. Euro pro Jahr umsetzen, erwirtschaften 81% der Frauenbetriebe weniger als 1/2 Mio. Euro pro Jahr.
Knapp 82 % der österreichischen Betriebe haben bis zu vier Beschäftigte, demgegenüber haben immerhin 2/3 der von Frauen geführten Unternehmen bis zu fünf Beschäftigte.
Und der angegebenen annähernden Hälfte der Frauenbetriebe, die Ein-Personen-Unternehmen entsprechen, stehen 53 % österreichische Ein-Personen-Unternehmen gegenüber.
Fazit
Mit ein paar Zahlen über die wirtschaftliche Situation von Frauenbetrieben lässt sich der Eindruck erwecken, Frauen seien wirtschaftlich nicht so erfolgreich und volkswirtschaftlich nicht so wertvoll wie Männerbetriebe. Dabei genügt ein Blick auf statistische Daten über den Wirtschaftsstandort Österreichs um zu zeigen, dass Frauenbetriebe sogar sehr erfolgreich sind. Sie erwirtschaften in ihrer Größenklasse mehr als der Durchschnitt und sie beschäftigen relativ gesehen mehr Beschäftigte.
Weiterführende Links:
http://europa.eu.int/comm/enterprise/enterprise_policy/analysis/doc/execsum_2002_de.pdf
http://europa.eu.int/comm/enterprise/enterprise_policy/analysis/doc/smes_observatory_2002_report1_de.pdf
Mittwoch, März 15, 2006
Ausgewählte Methoden-Literatur
Becker, Ruth & Kortendiek, Beate (Hrsg., 2004). Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.
Behnke, Cornelia & Meuser, Michael (1999). Geschlechterforschung und qualitative Methoden. Opladen: Leske + Budrich.
Buchen, Sylvia, Hefferich, Cornelia & Maier, Maja S. (Hrsg., 2004). Gender methodologisch. Empirische Forschung in der Informationsgesellschaft vor neuen Herausforderungen. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.
Flick, Uwe, von Kardoff, Ernst & Steinke, Ines (2003, Hg.). Qualitative Forschung. Reinbeck bei Hamburg: rororo.
Roth, Erwin & Holling, Heinz (Hrsg., 1999). Sozialwissenschaftliche Methoden. Lehr- und Handbuch für Forschung und Praxis. München, Wien: Oldenburg Verlag.
Literatur für Referat Di, 2.5.
Lebensgeschichtliche Interviews
Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten.
Robert W. Conell
Leske + Budrich, Opladen 2000
--> Buch in der UB entlehnbar
--> Da es sich bei der Grundlage dieses Referatsthemas um ein Buch handelt, ist es wichtig sich auf die Methode zu konzentrieren, gehen Sie nicht zu ausführlich auf den Inhalt ein (z.B. max. 2 Interviews vorstellen).
Da Sie zu dritt referieren, sollten sie anstatt 1,5 h ca. 2h Referatszeit gestalten.
Literatur für Referate Di, 25.4.
Biographische Interviews
Geschlecht und Studienwahl.
Biographische Analysen geschlechtstypischer und -untypischer Bildungswege
Kristin Gisbert
--> Buch in der UB entlehnbar
--> Da es sich bei der Grundlage dieses Referatsthemas um ein Buch handelt, ist es wichtig sich auf die Methode zu konzentrieren, gehen Sie nicht zu ausführlich auf den Inhalt ein (z.B. max. 1 Fallanalyse vorstellen).
2.) Hofstätter Birgit + Wagner Petra
Tagebuch
"Typisch Mädchen ...": Prägung in den ersten 3 Lebensjahren ; ein Tagebuch
Marianne Grabrucker
--> Buch in der UB entlehnbar
--> Da es sich bei der Grundlage dieses Referatsthemas um ein Buch handelt, ist es wichtig sich auf die Methode zu konzentrieren, gehen Sie nicht zu ausführlich auf den Inhalt ein (nur Ausschnitte zur Illustration vorstellen). Dafür ist es wichtig die Frage der Wissenschaftlichkeit dieses Tagebuches zu diskutieren und wenn möglich auch in den Kontext anderer Beispiele zu setzen.
Literatur für Referate Di, 4.4.
Medienanalyse
Gender Mainstreaming in den Medien
Günther Rager, Lars Risndorf
http://www.mir.brandenburg.de/media/1336/gm_medien.pdf (Stand: 1. 2. 2006)
2.) Ulz Roswitha + Mehlmauer Monika
Aktionsforschung
„Die Mädchen haben ja auch so Ärger im Kopf wie die Jungs"
Aktionsforschungsprojekt Konfliktlösungsverhalten von Mädchen und Jungen in Kindertageseinrichtungen
Christel van Dieken
Tim Rohrmann
Verena Sommerfeld
http://lbs.hh.schule.de/themen/gewalt/hamburg/forschungsbericht_kita.pdf
(Stand: 1. 2. 2006)
--> Dieser Artikel (bzw. Forschungsbericht) ist sehr umfangreich und verwendet mehrere Forschungsmethoden, die auch in anderen Referaten behandelt werden. Deshalb arbeiten Sie bitte vor allem die Besonderheit des Aktionsforschungsansatzes heraus.
Literatur für Referate Di, 28.3.
Fokus Gruppen
„Schön mache ich mich für mich“ – Schönheitshandeln als erfolgsorientiertes Handeln
Nina Degele
http://www.soziologie.uni-freiburg.de/degele/material/pub/schHandeln.pdf
(Stand: 13. 2. 2006)
2.) Froihofer Renate + Gaugl Verena
Komparatistische Analyse
Towards Gender Equality in Academia: Problems, Policies and Practices
Liisa Husu
In: Thaler, Anita & Wächter, Christine (Eds., 2005). Conference Proceedings of the International Conference "Creating Cultures of Success for Women Engineers", 6.-8. 10. 2005, Leibnitz / Graz, IFZ Eigenverlag, Graz.
--> Conference Proceedings in der IFZ-Bibliothek entlehnbar (mailen Sie mir kurz, wann Sie vorbeikommen wollen: thaler@ifz.tugraz.ac.at)