Montag, November 08, 2010

Gender und Sport - zum Nachlesen

Anschließend an den tollen Vortrag von Lisa Scheer letzten Mittwoch, in dem sie uns vor allem über ihre neuesten Diksussionsgruppen-Ergebnisse berichtet hat, hier der passende Lesetipp:

Lisa Scheer (2010): Inkorporiertes und diskursives Geschlechterwissen von SportlerInnen in Mixed Teams. In: Angelika Wetterer (Hg.): Körper Wissen Geschlecht. Geschlechterwissen und soziale Praxis II, Königstein: Helmer, S. 183-201

Freitag, Oktober 29, 2010

Vortrag "Körper- und Geschlechterwissen am Spielfeld"

Die Soziologin Lisa Scheer wird nä. Woche am 3.11. im Rahmen der Lehrveranstaltung einen Vortrag zu "Körper- und Geschlechterwissen am Spielfeld" halten, in dem es u.a. um die empirische Methode der "Gruppendiskussion" geht, die nächstes Mal unser Thema sein wird.

ACHTUNG neuer Ort!

Liebe Studierende,

Sie haben bestimmt schon eine automatische Verständigung zur Änderung des Lehrveranstaltungsorts für die folgenden LVBlöcke erhalten. Wir möchten Ihnen noch einmal die Information zukommen lassen, dass alle folgenden Einheiten (ab dem 3.11.2010) in den Seminarräumlichkeiten unseres Instituts stattfinden werden. Somit können wir uns allen eine angenehmere Arbeitsatmosphäre in einem kleineren Raum schaffen und bleiben zu allen Terminen am selben Ort.

Die detaillierten Informationen zum neuen Abhaltungsort:

Tag - Datum - Zeit - Ort

Mi 03.11.10 16:15 - 20:15 IFZ, Schlögelgasse 2, Seminarraum Hochparterre, 8010 Graz

Mi 10.11.10 16:15 - 20:15 IFZ, Schlögelgasse 2, Seminarraum Hochparterre, 8010 Graz

Mi 01.12.10 16:15 - 20:15 IFZ, Schlögelgasse 2, Seminarraum Hochparterre, 8010 Graz

Mi 15.12.10 16:15 - 20:15 IFZ, Schlögelgasse 2, Seminarraum Hochparterre, 8010 Graz

Mi 12.01.11 16:15 - 20:15 IFZ, Schlögelgasse 2, Seminarraum Hochparterre, 8010 Graz


Das IFZ befindet sich direkt am Kaiser-Josef-Platz und der Eingang ist direkt gegenüber des Lokals 'Sägewerk'.


Mit herzlichen Grüßen,

Daniela Freitag und Anita Thaler

Donnerstag, Oktober 28, 2010

Was ist denn Geschlechterforschung?

In der Geschlechterforschung geht es
  • nicht darum Geschlecht als "fixes Merkmal" zur Unterscheidung von Individuen heranzuziehen (z.B. so wie manche naturwissenschaftliche Studien Geschlecht als sog. unabhängige Variable verwenden),
  • sondern es geht um immer wieder neu hergestellte Interaktionen ("doing gender") und
  • Fragen wie es zu dieser binären Kategorisierung von Geschlecht und letztendlich
  • zur Herstellung einer gewissen sozialen Ordnung (und damit verbundenen Hierarchiebildungen) kommt
(Regine Gildemeister 2003; siehe Literaturliste).

Montag, Oktober 11, 2010

Geschlechtergerechte Sprache

Für das Referat, Handouts, die Diskussion und die Seminararbeit gleichermaßen gilt das Beachten geschlechtergerechten Sprachgebrauchs.

Studien haben gezeigt (Rothmund & Scheele 2004; Irmer & Linner 2005):
  • Generisches Maskulinum führt zu asymmetrischem Referieren (auf Männer). Eine Fußnote „Frauen sind im Text mitgemeint“ bewirkte „Benachteiligungsdynamik“
  • Versalien-I führt zu asymmetrischem Referieren (auf Frauen)
  • Paarform und Paarform-Neutralisierung brachte symmetrische Referenz von Frauen und Männern
Deshalb gilt:


  1.  Wenn Frauen „mitgemeint“ sind, sollen sie explizit genannt werden, weil beim generischen Maskulinum eher Männer assoziiert werden. 
  2. Spielt das Geschlecht keine Rolle sind neutrale Formen vorzuziehen, weil sie einen geringeren „male bias“ als das generischen Maskulinum aufweisen. 
  3. In geschlechterstereotypen Kontexten bedarf es der bewussten Benennung (z.B. Elektrikerinnen, Informatikerinnen), um weibliche Assoziationen hervorzurufen (so wie sich ja auch Kindergartenpädagogen und Krankenpfleger nicht mitgemeint fühlen müssen und extra bezeichnet werden).

 Zum nachlesen:

Klann-Delius, Gisela (2005). Sprache und Geschlecht. Stuttgart, Weimar: J.B. Metzler.

Rothmund, Jutta & Scheele, Brigitte (2004). Personenbezeichnungsmodell auf dem Prüfstand. Lösungsmöglichkeiten für das Genus-Sexus-Problem auf Textebene. In: Zeitschrift für Psychologie, 212 (1), 40-54. Göttingen: Hogrefe Verlag.

Irmer, Lisa & Linner, Ute (2005). Die Repräsentation generisch maskuliner Personenbezeichnungen. Eine theoretische Integration bisheriger Befunde. In: Zeitschrift für Psychologie, 213 (3), 167-175. Göttingen: Hogrefe Verlag.



 


 

Mittwoch, Oktober 06, 2010

In diesem Semester 'Team-Teaching'

Liebe Studierende des Seminars "Methoden der Geschlechterforschung",

in diesem Semester findet die LV ausnahmsweise auch im WS und zwar im 'Team-Teaching' statt. Daniela Freitag und Anita Thaler leiten dieses Seminar gemeinsam.

Zur Forschung der beiden Vortragenden siehe:

www.ifz.tugraz.at/frauen

Literaturliste

Basis-Artikel:

Gildemeister, Regine (2003). Geschlechterforschung (Gender Studies). In: Uwe Flick, Ernst von Kardoff & Ines Steinke (Hg.). Qualitative Forschung. Reinbeck bei Hamburg: rororo.
Wetterer, Angelika (2004). Konstruktion von Geschlecht: Reproduktionsweisen der Zweigeschlechtlichkeit. In: Ruth Becker & Beate Kortendiek (Hg.): Handbuch der Frauen- und Geschlechterforschung. Opladen: Leske & BudrichS. 122-131. Abrufbar unter: http://uk-online.uni-koeln.de/remarks/d3911/rm695937.pdf [31.1.2010]

Methoden-Literatur:

(Auswahl)

Allemann-Ghionda, Cristina (2004). Einführung in die Vergleichende Erziehungswissenschaft. Weinheim, Basel: Beltz.


Becker, Ruth & Kortendiek, Beate (Hrsg., 2004). Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

Behnke, Cornelia & Meuser, Michael (1999). Geschlechterforschung und qualitative Methoden. Opladen: Leske + Budrich.

Bogner, Alexander; Littig, Beate, Menz, Wolfgang (Hrsg., 2005). Das Experteninterview. Theorie, Methode, Anwendung. 2. Auflage, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Buchen, Sylvia, Hefferich, Cornelia & Maier, Maja S. (Hrsg., 2004). Gender methodologisch. Empirische Forschung in der Informationsgesellschaft vor neuen Herausforderungen. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

Flick, Uwe, von Kardoff, Ernst & Steinke, Ines (2003, Hg.). Qualitative Forschung. Reinbeck bei Hamburg: rororo.

Küsters, Ivonne (2009). Narrative Interviews. Grundlagen und Anwendungen. Lehrbuch Hagener Studientexte zur Soziologie, 2. Aufl., Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Roth, Erwin & Holling, Heinz (Hrsg., 1999). Sozialwissenschaftliche Methoden. Lehr- und Handbuch für Forschung und Praxis. München, Wien: Oldenburg Verlag.

Steinke, Ines (2003). Gütekriterien qualitativer Forschung. In: Uwe Flick, Ernst von Kardoff & Ines Steinke (Hg.). Qualitative Forschung. Reinbeck bei Hamburg: rororo.

Methoden der Geschlechterforschung WS 2010/2011

Bitte melden Sie sich unbedingt im Uni-Online-System an:
https://online.uni-graz.at/kfu_online/lv.detail?clvnr=270161


Tag - Datum - Zeit - Ort


Mi 13.10.10 16:15 - 18:45 LS 15.03

Mi 03.11.10 16:15 - 20:15 LS 15.03

Mi 10.11.10 16:15 - 20:15 SR 15.33

Mi 01.12.10 16:15 - 20:15 HS 47.11

Mi 15.12.10 16:15 - 20:15 HS 47.11

Mi 12.01.11 16:15 - 20:15 LS 15.03

Mittwoch, März 17, 2010

Methodenliteratur im Internet

Im Internet gibt es viele gute Quellen, eine auf die ich selbst gerne zurückgreife ist diese:


http://www.qualitative-research.net/
 
Trotzdem bleibt mein erster Tipp für Ihre Referate und Seminararbeiten:
 
Gehen Sie in die Uni-Biliothek, durchstöbern Sie dort sozialwissenschaftliche Methodenbücher. Gerade Methodenliteratur ist in Büchern zu finden, da sich das Wissen dazu zwar ständig erweitert und ausdifferenziert, aber Interviews, Inhaltsanalysen, Fragebogen etc. gehören zu den "Klassikern".
 
A. Thaler

Donnerstag, März 04, 2010

Wo Sie beginnen können zu lesen ...

Basis-Artikel:

Gildemeister, Regine (2003). Geschlechterforschung (Gender Studies). In: Uwe Flick, Ernst von Kardoff & Ines Steinke (Hg.). Qualitative Forschung. Reinbeck bei Hamburg: rororo.

Wetterer, Angelika (2004). Konstruktion von Geschlecht: Reproduktionsweisen der Zweigeschlechtlichkeit. In: Ruth Becker & Beate Kortendiek (Hg.): Handbuch der Frauen- und Geschlechterforschung. Opladen: Leske & BudrichS. 122-131. Abrufbar unter: http://uk-online.uni-koeln.de/remarks/d3911/rm695937.pdf [31.1.2010]

Methoden-Literatur:
(Auswahl)

Allemann-Ghionda, Cristina (2004). Einführung in die Vergleichende Erziehungswissenschaft. Weinheim, Basel: Beltz.

Becker, Ruth & Kortendiek, Beate (Hrsg., 2004). Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

Behnke, Cornelia & Meuser, Michael (1999). Geschlechterforschung und qualitative Methoden. Opladen: Leske + Budrich.

Buchen, Sylvia, Hefferich, Cornelia & Maier, Maja S. (Hrsg., 2004). Gender methodologisch. Empirische Forschung in der Informationsgesellschaft vor neuen Herausforderungen. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

Flick, Uwe, von Kardoff, Ernst & Steinke, Ines (2003, Hg.). Qualitative Forschung. Reinbeck bei Hamburg: rororo.

Roth, Erwin & Holling, Heinz (Hrsg., 1999). Sozialwissenschaftliche Methoden. Lehr- und Handbuch für Forschung und Praxis. München, Wien: Oldenburg Verlag.

Steinke, Ines (2003). Gütekriterien qualitativer Forschung. In: Uwe Flick, Ernst von Kardoff & Ines Steinke (Hg.). Qualitative Forschung. Reinbeck bei Hamburg: rororo.

Dienstag, Februar 23, 2010

Aufgabe bis zum 10.3.2010

Liebe Studierende der "Methoden der Geschlechterforschung"!,
sobald Sie am 3.3.2010 wissen, dass Sie einen Fixplatz im Seminar haben, gibt es auch schon die erste Aufgabe für Sie:

1.) Lesen Sie diesen Artikel bis zum ersten LV-Termin am 10.3.2010:

Wetterer, Angelika (2004). Konstruktion von Geschlecht: Reproduktionsweisen der Zweigeschlechtlichkeit. In: Ruth Becker & Beate Kortendiek (Hg.): Handbuch der Frauen- und Geschlechterforschung. Opladen: Leske & BudrichS. 122-131. Abrufbar unter: http://uk-online.uni-koeln.de/remarks/d3911/rm695937.pdf

2.) Fassen Sie die 5-7 Grundaussagen des Artikels kurz zusammen (ca. 250 Wörter) und finden Sie in der Bibliothek bzw. Online (z.B. über http://scholar.google.at/ oder http://meta.rrzn.uni-hannover.de/) eine Definition von „doing gender“ (zitieren Sie diese inkl. Quellenverweis).

3.) Mailen Sie Ihre Aufgabenlösung an thaler@ifz.tugraz.at und bringen Sie diese zusätzlich ausgedruckt am 10.3.2010 mit (max. 1 Seite; Ihren Namen nicht vergessen).

Auf ein spannendes Semester freut sich,
Anita Thaler

Dienstag, Januar 12, 2010

LV-Termine Sommersemester 2010

Vorbesprechung: Mi, 3. März 2009, 16.00 –18:00 Uhr (Anwesenheit beim Vorbesprechungstermin ist unbedingt notwendig!)

LV-Termine: 10./24. März, 21./28. April, 12. /26.Mai 2010:
jeweils Mi 16.00 – 19.00 Uhr

Ort: Seminarraum des IFZ: Schlögelgasse 2 (Hochparterre), 8010 Graz

Mittwoch, Mai 27, 2009

Die sieben Gebote für Ihre Seminararbeit! :-)

Liebe Studentinnen,

nach erster Korrektur Ihrer Seminararbeiten, zeichnen sich folgende Punkte ab, die zur - wesentlichen - Verbesserung vieler Seminararbeiten beitragen könnten:

  1. Achten Sie auf Ihr Thema! (Es handelt sich dabei um die von Ihnen ausgesuchte Forschungsmethode, nicht den Inhalt des Artikels. Und dieses Thema, diese Methode muss sich durch alle behandelten Punkte durchziehen, sei es Güte der Forschungsmethode o.a.)
  2. Kennzeichnen Sie im Inhaltsverzeichnis oder im Text (Überschriften), wer von Ihnen was geschrieben hat.
  3. Überprüfen Sie Ihre Arbeit auf Rechtschreib-, Grammatik- und Tippfehler.
  4. Verwenden Sie nur wörtliche Zitate, wenn Sie es selbst nicht besser ausdrücken können, nicht um sich Denkarbeit oder Paraphrasierarbeit zu sparen.
  5. Machen Sie nur nach jedem neuen Gedanken einen neuen Absatz, nicht nach jedem Satz. (Und keinesfalls eine Leerzeile zwischen einzelne Sätze.)
  6. Eine Forschungsfrage (ungerichtet; oder aber eine gerichtete Hypothese) sucht nach neuen wissenschaftlichen Erkentnissen und basiert auf dem aktuellen Forschungsstand. Eine Forschungsfrage ist keine Interviewfrage!
  7. Geben Sie alle Ihre Quellen IMMER an, d.h. bei jedem Satz bzw. Absatz, der einen Gedanken oder Text einer anderen Person wiedergibt. Wenn aus derselben Literatur weiterzitiert bzw. paraphrasiert wird, dann kann anstelle (AutorIn + Jahreszahl) auch (ebda.) für "ebenda" geschrieben werden. Und achten Sie darauf, dass Sie alle Quellen auch im Literaturverzeichnis angeben.

Anita Thaler grüßt

Freitag, April 24, 2009

Digitale Ethnographie - Übungen zum Referat

Dies ist eine Übung von Geißler Claudia und Wolf Eva , machen Sie entweder Übung 1 oder 2 und schreiben Sie Ihre Antwort in ein Kommentar - bis zum nächsten Termin!

Übungsmöglichkeit 1
Versucht in Kleingruppen ein Forschungsdesign für die Untersuchung eines Reiseblogs zu entwickeln.
Unsere Forschungsfrage:
Wie wird Heimweh von Frauen und Männern in Reiseblogs thematisiert? Gibt es genderspezifische Unterschiede?
Übungsmöglichkeit 2
Mögliche Forschungsfelder:
http://www.youtube.com/watch?v=6gmP4nk0EOE
Welche Forschungsfragen würden euch interessieren? In welchem Feld würdet ihr diese mit Hilfe der digitalen Ethnografie überprüfen?

Mittwoch, April 22, 2009

Tipps für Ihre Seminararbeit

Zu den bereits im ersten Handout ausgeführten Rahmenbedingungen, wie Ihre Seminararbeit verfasst sein sollte, hier noch ein paar Fragen, die Sie vor dem Abgeben für sich beantworten sollten:

* Sind bei gemeinschaftlich verfassten Seminararbeiten die Anteile der jeweiligen AutorIn klar gekennzeichnet (z.B. durch Hinzufügen des jeweiligen Namens im Inhaltsverzeichnis)?

* Sind in der Seminararbeit alle im Handout genannten Punkte abgedeckt (insbesondere: Wurde ein weiterer Artikel beschrieben bzw. eine eigene Forschungsfrage mit der beschriebenen Methode konzipiert, ausgeführt und zumind. ansatzweise beantwortet?)?

* Sind alle Fragen 1. unter dem Aspekt der Geschlechterforschung und 2. passend zu Ihrer Methode behandelt worden (z.B. Forschungsfragen, weiterer Artikel)?

* Haben Sie geeignete Literatur verwendet (z.B. solche über qualitative Gütekrieterien für qualitative Forschungsmethoden und quantitative ausschließlich für quantitative Methoden)?


Und hier noch einige Tipps zum weiterlesen:

Von der Abteilung Weiterbildung der Uni Graz:http://www-gewi.uni-graz.at/weiterbildung/materialien/verfassen_von_seminararbeiten.pdf

Von Daniela Holzer, Uni Graz:http://www-gewi.uni-graz.at/weiterbildung/materialien/wissenschaftl_schreiben_leitfaden.pdf

Von Werner Stangl, Uni Linz:http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/PRAESENTATIONORD/ReferatKonz.html

Viel Spaß beim Schreiben!

Montag, April 06, 2009

ad "Güte der Forschungsmethode"

Bei quantitativen wissenschaftlichen Methoden gibt es die drei klassischen Gütekriterien die z.B. in experimentellen Versuchsdesigns z.T. auch ausgerechnet werden können - wie aber sollen qualitative wissenschaftliche Methoden bewertet werden? Sind sie weil man sie nicht berechnen kann, weniger wert?

NEIN!

Zum einen sind die drei sog. klassischen Gütekriterien - vor allem die Objektivität - vielfach kritisiert worden (z.B. Sandra Harding 1994). Zum anderen geht es nicht nur um berechenbare Faktoren wenn wissenschaftliche Güte diskutiert wird. Bei der Bewertung wissenschaftlicher Arbeiten spielt es eine wesentliche Rolle, ob die verwendeten Methoden adäquat sind und ob die daraus gewonnenen Erkenntnisse bedeutsam sind (diese Bedeutsamkeit hängt u.a. damit zusammen wie qualitativ gut eine Methode ist UND im konkreten Fall ausgeführt wurde).

Deshalb sollte man sich einige Fragen stellen:

  • Erhebt die Methode wirklich das, was in der Hypothese bzw. Forschungsfrage thematisiert wird?
  • Ist die Methode so beschrieben, dass sie nachvollzogen werden kann?
  • Welche Erkenntnisse sollen in welchem Rahmen gewonnen werden - kann die Methode das?
  • etc.

Siehe dazu meinen Blogeintrag vom März 16, 2009:

Mittwoch, März 18, 2009

Hausübung

Liebe Studentinnen,
da wir bis zum nächsten Mal eine längere Pause haben, widmen Sie sich bitte in der Zwischenzeit dieser kleinen "Hausübung":

Lesen Sie diesen Artikel von Regine Gildemeister zur Geschlechterforschung:
http://www.ifz.tugraz.at/educate/Gildemeister.pdf

und posten Sie als Kommentar zu diesem Post:

1.) eine wesentliche Erkenntnis aus dem Artikel mit kurzer Begründung, warum diese Botschaft für Sie zentrale Bedeutung hat;

und achten Sie dabei darauf
2.) dass Ihre Erkenntnis nicht bereits in einem älteren Kommentar Ihrer Kolleginnen bereits veröffentlicht wurde.

D.h. nach dem lesen des Artikels und dem identifizieren der wichtigen Botschaften des Artikels, müssen Sie alle Kommentare Ihrer Kolleginnen lesen, bevor Sie Ihren eigenen Kommentar veröffentlichen!

Abgabedatum: 2.4.2009 (wobei: je früher Sie posten, umso leichter ist es eine "neue" zentrale Botschaft aus dem Artikel zu finden).

Bis zum nächsten Mal,
Anita Thaler

Dienstag, März 17, 2009

Mitbelegung

Denken Sie unbedingt an Ihr Studienblatt (Mitbelegung an der Uni Klagenfurt) und Ihre Bearbeitungsnummer - bitte in die Lehrveranstaltung mitbringen bzw. an mich mailen!

A. Thaler

Nachlese

Liebe Studierende,

beim letzten Mal habe ich Ihnen exemplarisch 2 Arten der Medienanalyse vorgestellt. Hier können Sie Genaueres nachlesen:

Thaler, Anita (2008). Geschlechterwissen in virtuellen Lernräumen. In. Jutta Pauschenwein & Maria Jandl. (Hrsg.) 10 Jahre E-Learning in Österreich. Festschrift zum zehnjährigen Bestehen des „ZML – Innovative Lernszenarien“ an der FH JOANNEUM. In: http://www.fh-joanneum.at/aw/home/Forschung_und_Entwicklung/zml/Publikationen/Papers/~bjjp/zml_papers_/?lan=de [05.06.2008], S. 50-61.

Thaler, Anita (2008). Technikbilder in Jugendzeitschriften, Poster, präsentiert im Rahmen der „Langen Nacht der Forschung“, Universität Klagenfurt. In: http://www.motivation-project.com/files/documents/Poster-WP2_Thaler_DIN_A3a.pdf [12. 12. 2008]

Ich bin schon gespannt auf Ihre Ergebnisse aus der Tageszeitungsanalyse,
Anita Thaler

Montag, März 16, 2009

Güte qualitativer Forschung (nach Ines Steinke 2003)

Kernkriterien und dazugehörige Prüfmethoden:

1. Intersubjektive Nachvollziehbarkeit (zur Bewertung der Ergebnisse)
- Dokumentation des Forschungsprozesses
- Interpretationen in Gruppen
- Anwendung kodifizierter (regelgeleiteter) Verfahren


2. Indikation des Forschungsprozesses (Gegenstandangemessenheit)
- Indikation des qualitativen Vorgehens
- Indikation der Methodenwahl
- Indikation von Transkriptionsregeln
- Indikation der Samplingstrategie
- Übereinstimmung von Erhebungsmethoden und Auswertung
- Indikation der Bewertungskriterien


3. Empirische Verankerung (der Theoriebildung)
- Verwendung kodifizierter Methoden
- Hinreichende Textbelege (für entwickelte Theorie)
- Analytische Induktion (d.h. Falsifikationen erfordern Umdefinition des Phänomens bzw. Umformulierung der Hypothese)
- Prognosen können abgeleitet werden
- Kommunikative Validierung (Untersuchte Personen stimmen der abgeleiteten Theorie zu)


4. Limitation (Grenzen der Verallgemeinerbarkeit der Theorie)
- Fallkontrastierung (Fälle, die die Theorie maximal und minimal erfüllen, werden miteinander verglichen)
- Suche nach abweichenden, negativen und extremen Fällen

5. Kohärenz (Theorienkonsistenz)
- Prüfung ob die Theorie kohärent ist
- Prüfung ob Widersprüche in Daten bzw. Interpretationen bearbeitet wurden


6. Relevanz (pragmatischer Nutzen)
- Relevanz der Fragestellung
- Beitrag der entwickelten Theorie


7. Reflektierte Subjektivität (Rolle der / des Forschenden als Subjekt)
- Selbstbeobachtung begleitend zum Forschungsprozess
- Reflexion persönlicher Voraussetzungen
- Existenz einer Vertrauensbeziehung der Forschenden zu InformantInnen
- Reflexionen während des Feldeinstiegs

Quelle:
Steinke, Ines (2003). Gütekriterien qualitativer Forschung. In: Uwe Flick, Ernst von Kardoff & Ines Steinke (Hg.). Qualitative Forschung. Reinbeck bei Hamburg: rororo.

Zusätzlicher Lesetipp:

http://www.ztg.tu-berlin.de/download/legewie/Dokumente/Vorlesung_12.pdf